Mit der neuen Gastro-Werkstatt schaffen bcsd, CIMA und Progacon ein digitales Austauschformat rund um aktuelle Herausforderungen der Gastronomieentwicklung. Im Mittelpunkt stehen Praxis, Diskussion und Erfahrungen aus den Kommunen. Die vier Termine widmen sich den Themen:
03.11.2026: "Banalisierung / Steuerung von Gastronomie in Innenstädten“
08.12.2026: „Kooperation / Kommunikation: Gemeinsam mehr erreichen"
19.01.2027: „Personal / Nachfolge- vom Dorf bis zur Großstadt“
04.03.2027: „Gestaltungssatzung / öffentlicher Raum“
Jeweils von 15:30 bis 17:00 Uhr ist Raum für Fragen, Best Practices und auch ungelöste Herausforderungen. Für bcsd-Mitglieder ist die Teilnahme kostenlos.
Hier gelangen Sie zur Anmeldung.
Die Anmeldung für die nächste Modulphase der ICR Kompakt-Weiterbildung 2027 ist gestartet.
Vom 15. Februar bis 19. März 2027 erwartet die Teilnehmenden ein vielseitiges Weiterbildungsprogramm rund um City-, Stadt- und Regionalmanagement – mit Online-Seminaren sowie zwei Präsenzphasen in Hannover und Ingolstadt!
Inhaltlich reicht das Angebot von den strategischen Grundlagen des Stadtmarketings über Event- und Projektmanagement bis zu aktuellen Strategien für Social Media im Seminar Reels for real. Dabei geht es nicht nur um fachlichen Input, sondern auch um den Austausch mit Referent:innen und Kolleg:innen aus der Praxis.
Die Modulphase umfasst 6 Pflicht- und 6 Wahlmodule. So werden zentrale Grundlagen vermittelt und gleichzeitig individuelle Schwerpunkte ermöglicht.
Alle Seminare sind auch einzeln buchbar!
bcsd-Mitglieder erhalten 200 Euro Frühbucherrabatt bis zum 15.11.2026!
Wir freuen uns auf einen neuen Jahrgang, spannende Diskussionen und viele neue Kontakte!
hier gehts zur Anmeldung:
ICR Studium
Wie verändern Digitalisierung und Künstliche Intelligenz die Arbeit in unseren Städten und welche Entwicklungen zeichnen sich für die kommenden Jahre ab? In Zusammenarbeit mit der imakomm stellen wir am 05.11.2026 die Ergebnisse der Umfrage „Digitale Stadtentwicklung – Smart City und KI im Stadtmarketing“ vor. In der Online-Veranstaltung geben wir Einblicke in zentrale Ergebnisse und Trends und wollen gemeinsam diskutieren, was diese für die Praxis bedeuten. Wo stehen Kommunen und Stadtmarketingorganisationen heute? Welche Entwicklungen werden erwartet? Und wie kann sich das Stadtmarketing künftig innerhalb der digitalen Stadtentwicklung positionieren? Ergänzt wird die Veranstaltung durch Best-Practice-Impulse aus der Praxis, die konkrete Erfahrungen und Ansätze aus Kommunen und Stadtmarketingorganisationen zeigen.
Die Anmeldung finden Sie unter: Umfragen / Bundesvereinigung City- und Stadtmarketing Deutschland (bcsd e.V.)
Der Beirat Innenstadt beim Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen hat das Statuspapier „Innenstadt 2026 – Aktuelle Anforderungen an die Entwicklung von Innenstädten und Zentren“ vorgelegt. Die bcsd ist Mitglied des Beirats und hat an der Erarbeitung mitgewirkt.
Das Papier knüpft an die Innenstadtstrategie von 2021 an und zieht fünf Jahre später eine aktuelle Zwischenbilanz. Die damaligen Grundsätze bleiben bestehen: Zukunftsfähige Innenstädte brauchen vielfältige, kreative und innovative Nutzungen, attraktive, multifunktionale und klimaangepasste öffentliche Räume, Kooperation sowie langfristige und integrierte Strategien. „Innenstadt 2026“ bündelt diese Anforderungen unter drei Leitgedanken: kooperativ, gemischt und zielorientiert.
Verändert haben sich jedoch die Rahmenbedingungen. Stand 2021 noch stark unter dem Einfluss der Corona-Pandemie und ihrer unmittelbaren Folgen für Handel, Gastronomie, Kultur und Tourismus, rückt heute die langfristige Transformation stärker in den Mittelpunkt. Angespannte kommunale Haushalte, Fach- und Personalmangel, Klimafolgen, gesellschaftliche Polarisierung und die fortschreitende Digitalisierung prägen die Entwicklung der Zentren. Innenstadtentwicklung wird damit zunehmend zur dauerhaften Gemeinschaftsaufgabe aller städtischen Akteur:innen.
Stadtmarketing wird als strategische Schnittstelle gestärkt
Besonders relevant aus Sicht der bcsd ist die Entwicklung der Rolle des Stadtmarketings. Bereits in der Innenstadtstrategie 2021 wurde Stadtmarketing als Teil des Akteursnetzwerks und der Managementstrukturen der Innenstadtentwicklung benannt. Im Statuspapier 2026 wird diese Funktion nun wesentlich deutlicher und differenzierter beschrieben.
Stadtmarketingorganisationen werden ausdrücklich als wichtige Schnittstellen zwischen Verwaltung, Wirtschaft, Immobilieneigentümer:innen, Kultur und Stadtgesellschaft eingeordnet. Sie vermitteln zwischen unterschiedlichen Interessen, kuratieren diese und tragen dazu bei, strategische Zielbilder in konkrete Maßnahmen und Kooperationen zu übersetzen. Zentren-, Stadt- und Citymanagement übernehmen dabei diverse Aufgaben: von der Netzwerkorganisation, Prozesskoordination und -steuerung bis hin zu strategischer und operativer Verantwortung. Dafür braucht es klare Kompetenzen, abgesteckte Handlungsspielräume sowie eine verlässliche personelle und finanzielle Ausstattung.
„Stadtmarketing verbindet die Akteur:innen der Innenstadt, schafft gemeinsame Perspektiven und übersetzt Strategie in konkretes Handeln.”
Jürgen Block, Geschäftsführer der bcsd
Diese Rolle gewinnt gerade angesichts knapper kommunaler Ressourcen an Bedeutung. Das Statuspapier weist darauf hin, dass Bereiche wie Kultur, Stadtmarketing und Wirtschaftsförderung bei Haushaltskonsolidierungen häufig besonders unter Druck geraten – obwohl sie für die Belebung und Zukunftsfähigkeit der Innenstädte wichtig sind. Dabei betont es ein neues Verständnis von Planung, das private Initiativen ausdrücklich begrüßt und fördert.
Innenstadtentwicklung ist Gemeinschaftsaufgabe
Eine zentrale Botschaft von „Innenstadt 2026“ lautet deshalb: Transformation gelingt nur gemeinsam. Verwaltung, Politik, Wirtschaft, Eigentümer:innen, Handel, Gastronomie, Kultur, soziale Akteur:innen und Stadtgesellschaft müssen dauerhaft zusammenarbeiten. Professionelle Managementstrukturen können diese unterschiedlichen Perspektiven verbinden und gemeinsame Prozesse voranbringen.
Es bedarf eines neuen Narrativs der Innenstadt. Das Bild „sterbender Innenstädte und des Niedergangs des Einzelhandels“ muss sich zu einer „Innenstadt in Transformation“ wandeln. Diesen Prozess gilt es seitens des Stadtmarketings aktiv zu gestalten, zu steuern und zu kommunizieren – sowohl innerhalb der Stadtgesellschaft, als auch im übergeordneten Netzwerk der Kommunen.
Die bcsd bringt als Mitglied des Beirats Innenstadt die Perspektive und Praxiserfahrung der Stadtmarketingorganisationen in diesen Prozess ein. Das Statuspapier bestätigt dabei eine Entwicklung, für die sich die bcsd seit vielen Jahren einsetzt: Modernes Stadtmarketing ist nicht allein Kommunikation und Vermarktung, sondern strategischer Partner einer integrierten Stadtentwicklung.
Welche Stationen haben dich zu uns geführt?
Nach meinem BWL-Studium und dem anschließenden Stadtplanungsstudium habe ich mich in Forschung und Lehre intensiv mit der Transformation von Innenstädten befasst. Ein persönliches Interesse galt dabei den Akteur:innen und deren Beteiligung, insbesondere von Kindern und Jugendlichen. Hierzu dure ich bereits beim Deutschen
Stadtmarketingtag in Frankfurt am Main auf dem Panel diskutieren. Dann war der Sprung nicht mehr weit, jetzt Teil des Verbandes zu sein.
Was reizt dich an der bcsd?
An meiner jetzigen Arbeit schätze ich besonders, die zuvor erforschten Ansätze in praxisnahe Empfehlungen übersetzen zu können. Dabei erachte ich den offenen Austausch und den Veränderungswillen innerhalb des Netzwerks als einzigartig, um gemeinsam für und mit den Mitgliedern das Verständnis von Stadtmarketing als integrierten Ansatz der Stadtentwicklung voranzubringen.
Was machst du, wenn du nicht am Schreibtisch sitzt?
Sowohl am Schreibtisch als auch abseits dessen kann ich nicht stillsitzen. Daher bin ich immer viel unterwegs, besuche Konzerte oder probiere neue Dinge aus – sei es
Sticken, Spinning oder neue Food-Spots
?Rückblick: Die Deutsche Stadtmarketingbörse 2026 in Cottbus
?Vorstand der bcsd Karmen Strahonja übernimmt Bundesvorsitz
?Neue Referentin bei der bcsd - Alexandra Heßmann
?ICR Kompakt-Weiterbildung 2027 - Jetzt anmelden und Stadtmarketingkompetenzen ausbauen, ICR - Institut für City- und Regionalmanagement Ingolstadt e.V.
?Wir feiern Jubiläum 12 Jahre Stadtmarketingtag und Stadtmarketingbörse
?bcsd-Mentoringprogramm startet in die nächste Runde
?stadtimpulse Best-Practice Beispiele des Monats: Smart Outdoor Piano
aus Landeshauptstadt Hannover
?Bedeutung der Innenstadt steigt Deutschlandstudie Innenstadt 2026/27
?Interview des Monats mit Tobias Schick, Oberbürgermeister der Stadt Cottbus
?Messe Kommunal 2026 - Zukunft trifft Kommune
?Veröffentlichung des Beirats Innenstadt - Neue Impulse für die Innenstadtentwicklung
?Vorstellung neues Fördermitglie: Trade in time UG
?Aktuelle Termine, Jobbörse und Wettbewerbe
? Den vollständigen Newsletter finden Sie hier: https://www.bcsd.de/wissen-service/newsletter/https://lnkd.in/etjapmMr
Der Bundesvorstand der Bundesvereinigung City- und Stadtmarketing Deutschland e. V. (bcsd) hat sich neu aufgestellt. Karmen Strahonja, Geschäftsführerin der CongressForum Frankenthal GmbH, übernimmt den Bundesvorsitz.
Der Bundesvorstand wählte Karmen Strahonja satzungsgemäß und einstimmig aus seiner Mitte zur neuen Bundesvorsitzenden. Bekannt gegeben wurde die Entscheidung im Rahmen der Mitgliederversammlung der bcsd in Cottbus/Chó?ebuz. Strahonja gehört dem Bundesvorstand seit 2020 an und war zuletzt erste stellvertretende Bundesvorsitzende.
Mit dem Wechsel an der Spitze verbindet die bcsd eine klare inhaltliche Ausrichtung: Stadtmarketing soll noch stärker als gestaltender Akteur der Stadtentwicklung wahrgenommen und frühzeitig in zentrale Zukunftsfragen der Städte einbezogen werden.
„Unsere Städte verändern sich technologisch, wirtschaftlich und gesellschaftlich. Stadtmarketing gehört deshalb an den Tisch, wenn über ihre Zukunft entschieden wird. Wir wollen die bcsd als starke fachliche Stimme des Stadtmarketings weiterentwickeln, Erfahrungen unserer Mitglieder bündeln, Orientierung geben und daraus klare Positionen ableiten“, erklärt Karmen Strahonja.
Innenstadtentwicklung, Digitalisierung, gesellschaftlicher Zusammenhalt und die Gestaltung des öffentlichen Raums lassen sich heute kaum noch getrennt voneinander betrachten. Lebendige Städte entstehen im Zusammenspiel von Verwaltung, Wirtschaft, Kultur, Tourismus und Stadtgesellschaft.
Die bcsd will Stadtmarketing deshalb stärker als verbindende und gestaltende Kraft einer integrierten Stadtentwicklung verankern. Dafür braucht es verlässliche Strukturen, ausreichende personelle Ressourcen und tragfähige lokale Kooperationen. Auch Veranstaltungen im öffentlichen Raum bleiben dabei ein wichtiger Bestandteil lebendiger Innenstädte und gesellschaftlicher Begegnung.
Erste stellvertretende Bundesvorsitzende ist künftig Katja Teixeira, Geschäftsführerin der Stadtmarketing Siegen GmbH. Martin Knabenreich, Geschäftsführer der Bielefeld Marketing GmbH, übernimmt das Amt des zweiten stellvertretenden Bundesvorsitzenden.
Dem Bundesvorstand gehören außerdem Michael Gerber, Geschäftsführer der Erlebnis Bremerhaven GmbH, Michael Metzler, Geschäftsführer der Esslinger Stadtmarketing & Tourismus GmbH, sowie Steffen Schoch, Geschäftsführer der Heilbronn Marketing GmbH, an.
Karmen Strahonja folgt auf Gerold Leppa, der den Bundesvorsitz aufgrund seiner neuen beruflichen Aufgabe als Stadtbaurat und Wirtschaftsdezernent der Stadt Braunschweig abgibt. Leppa hat die bcsd über mehr als zwei Jahrzehnte aktiv mitgestaltet und die Entwicklung des Stadtmarketings als strategische, kooperative und querschnittsorientierte Aufgabe der Stadtentwicklung maßgeblich begleitet.
„Gerold Leppa hat die bcsd und die Entwicklung des Stadtmarketings in Deutschland über viele Jahre mit großer fachlicher Klarheit, Weitsicht und persönlichem Engagement geprägt. Dafür gebührt ihm unser großer Dank. Auf diesem starken Fundament wollen wir gemeinsam aufbauen“, sagt Strahonja.
Zur vollständigen Pressemitteilung
Die neue Deutschlandstudie Innenstadt 2026 ist veröffentlicht. Die Ergebnisse zeigen: Deutschlands Innenstädte werden wieder häufiger besucht und insgesamt positiver wahrgenommen. 83,3 Prozent der Befragten wollen ihre Innenstadt künftig mindestens genauso häufig oder häufiger besuchen wie heute. Auch die tatsächliche Besuchshäufigkeit ist gegenüber 2024 wieder gestiegen.
Für die bcsd ist das ein ermutigendes Signal. Gleichzeitig zeigt die Studie, dass attraktive Innenstädte heute mehr leisten müssen als eine einzelne Funktion. Sie sind Einkaufsort, Treffpunkt, Versorgungszentrum, Kultur- und Erlebnisraum zugleich. Der Einzelhandel bleibt zwar mit 65,6 Prozent der meistgenannte Besuchsgrund, daneben spielen Gastronomie, Veranstaltungen, Dienstleistungen sowie Begegnung und Aufenthalt eine wichtige Rolle.
Besonders deutlich wird die Bedeutung der Aufenthaltsqualität. Sauberkeit, Sitzgelegenheiten, Grünflächen und Fußgängerfreundlichkeit werden von rund 90 Prozent der Befragten als wichtig oder sehr wichtig bewertet. Gefragt sind auch Orte zum Ausruhen und Verweilen, an denen nicht zwangsläufig konsumiert werden muss.
Damit wird einmal mehr deutlich: Innenstadt ist mehr als Wirtschaftsstandort. Sie ist ein zentraler Ort der Stadtgesellschaft – für Begegnung, Austausch, Identifikation und gemeinsames Erleben.
Aus Sicht der bcsd sollten Bürger:innen und Besucher:innen dabei nicht nur als Nutzer:innen der Innenstadt verstanden werden. Erfolgreiche Innenstadtentwicklung entsteht insbesondere dort, wo Menschen beteiligt werden, lokale Netzwerke funktionieren und unterschiedliche Akteur:innen gemeinsam Verantwortung übernehmen.
Stadtmarketingorganisationen können dabei eine zentrale Rolle spielen. Sie verbinden Perspektiven aus Verwaltung, Wirtschaft, Kultur, Immobilienwirtschaft und Stadtgesellschaft und bringen ihre Kernkompetenzen Kommunikation, Kooperation und Konzeption in die Innenstadtentwicklung ein.
Die bcsd setzt sich deshalb für verlässliche und handlungsfähige Strukturen vor Ort ein. Dazu gehören eine angemessene finanzielle Ausstattung der Kommunen, starke Stadtmarketingorganisationen sowie eine stärkere Unterstützung von Kooperation, Beteiligung und Kommunikation innerhalb der Städtebauförderung.
Die Deutschlandstudie Innenstadt 2026 wurde von der CIMA Beratung+Management GmbH in Kooperation mit dem Handelsverband Deutschland (HDE), der Bundesvereinigung City- und Stadtmarketing Deutschland e. V. (bcsd) sowie weiteren Partnern durchgeführt. Für die repräsentative Untersuchung wurden mehr als 5.000 Bundesbürger befragt.
Die vollständige Deutschlandstudie Innenstadt 2026 steht ab sofort zur Verfügung.
Hier geht es zu unserer Pressemitteilung.
„Eine Stadt ist kein Datensatz.“ Und: „KI ist nie wieder so schlecht wie heute.“ Zwei Sätze, die auf der Deutschen Stadtmarketingbörse 2026 in Cottbus fielen und die Spannweite der drei Tagungstage gut beschreiben. Denn unter dem Motto „Künstlich intelligent, natürlich kommunikativ“ ging es nicht allein darum, was Künstliche Intelligenz heute bereits leisten kann. Im Mittelpunkt stand vor allem die Frage, wie Stadtmarketingorganisationen mit einer Technologie umgehen, die sich rasant weiterentwickelt und zunehmend unsere Arbeitsweisen, unsere Kommunikation und den Zugang zu Wissen verändert.
Drei Tage lang traf sich dafür die Stadtmarketing-Community aus ganz Deutschland in Cottbus. Keynotes, Praxisimpulse, Best-Practice-Beispiele und das Experience Center zeigten ganz unterschiedliche Zugänge zu KI – von Kommunikation und digitaler Öffentlichkeit über Daten und Wissensmanagement bis hin zu KI-Strategien und agentischen Systemen. Dabei ging es ausdrücklich nicht um Technik um der Technik willen, sondern um die Frage, wie KI so eingesetzt werden kann, dass sie der Stadtgesellschaft und der Arbeit vor Ort einen tatsächlichen Mehrwert bietet.
Cottbus bot dafür einen passenden Rahmen. Kaum eine Stadt macht derzeit so sichtbar, was Transformation bedeutet. Der Strukturwandel der Lausitz bringt neue wirtschaftliche, wissenschaftliche und städtebauliche Perspektiven hervor, während gleichzeitig die Identität und Geschichte der Region eine wichtige Rolle spielen.
Bereits die Exkursionen zum Auftakt der Stadtmarketingbörse machten diese unterschiedlichen Facetten erlebbar: von der sorbisch/wendischen Kultur über die Entwicklung des Cottbuser Ostsees bis hin zu Zukunftsprojekten des Strukturwandels. Auch die Tagungslocation im STARTBLOCK B2 am Campus der BTU Cottbus-Senftenberg stand sinnbildlich für diesen Aufbruch: ein Gründungszentrum für Start-ups, innovative Unternehmen und neue Ideen.
Auch aus dem Umfeld der BTU wurde die Stadtmarketingbörse als Chance wahrgenommen, Cottbus und die Lausitz einem bundesweiten Fachpublikum als Region zu zeigen, in der derzeit viel in Bewegung ist. Gleichzeitig wurde deutlich, dass Transformation nicht nur aus neuen Gebäuden, Unternehmen oder Technologien besteht. Sie muss erzählt, vermittelt und gemeinsam gestaltet werden – und genau hier kommt dem Stadtmarketing eine wichtige Rolle zu.
Die fachlichen Beiträge der Börse machten deutlich, wie schnell sich die Möglichkeiten Künstlicher Intelligenz entwickeln. Anwendungen, die vor kurzer Zeit noch Zukunftsmusik waren, gehören inzwischen zum Arbeitsalltag. Und die Entwicklung geht weiter: von einzelnen generativen Anwendungen hin zu Systemen, die dauerhaft mit Kontext arbeiten, Informationen aus unterschiedlichen Quellen zusammenführen und komplexere Arbeitsabläufe unterstützen können. Das Programm griff diese Entwicklung unter anderem mit Praxisimpulsen zu KI-Strategien und agentischer KI auf.
Der Satz „KI ist nie wieder so schlecht wie heute“ beschreibt dabei eine der besonderen Herausforderungen: Organisationen müssen Entscheidungen über eine Technologie treffen, deren Möglichkeiten sich permanent weiterentwickeln. Es reicht deshalb nicht, einzelne neue Tools kennenzulernen. Vielmehr braucht es Kompetenzen, Strategien und klare Vorstellungen davon, welche Aufgaben mit KI besser erfüllt werden können – und welche nicht.
Ein Gedanke zog sich dabei durch viele Diskussionen: KI kann schlechte Prozesse nicht automatisch zu guten machen. Bevor Abläufe automatisiert werden, müssen Organisationen verstehen, welche Ziele sie verfolgen, welche Informationen sie benötigen und wo tatsächlich ein Mehrwert entsteht.
Wie grundlegend sich mit KI auch Fragen von Authentizität und Vertrauen verändern, zeigte sich bereits bei der Eröffnung der Stadtmarketingbörse.
Der damalige bcsd-Bundesvorsitzende Gerold Leppa sprach in seiner Begrüßungsrede über Vertrauen, Verantwortung und die Grenzen Künstlicher Intelligenz. Er warnte unter anderem davor, dass Städte durch den Einsatz derselben Technologien zunehmend ähnlich klingen könnten, und betonte, dass die durch KI gewonnene Zeit insbesondere für den Austausch mit Menschen genutzt werden sollte. Eine Stadt sei schließlich kein Datensatz und kein Algorithmus.
Erst am Ende seiner Rede folgte die Auflösung: Der Text war mit Unterstützung einer KI entstanden.
Das Experiment führte unmittelbar vor Augen, wie schwierig es inzwischen sein kann, maschinell erzeugte Kommunikation eindeutig zu erkennen. Gleichzeitig machte es eine entscheidende Frage sichtbar: Nicht allein entscheidend ist, wer einen Text erstellt, sondern wer für ihn Verantwortung übernimmt.
Leppa hatte den KI-generierten Text geprüft und bearbeitet und machte dessen Entstehung anschließend transparent. Genau darin lag die eigentliche Aussage des Experiments. Verantwortung kann nicht an einen Algorithmus delegiert werden. Wer KI für Kommunikation nutzt, muss die Ergebnisse beurteilen, für sie einstehen und transparent entscheiden, wann und wie die Technologie zum Einsatz kommt.
Der Satz aus der Eröffnungsrede wurde damit zu einem Leitmotiv, das weit über die Rede hinausweist.
Denn gleichzeitig wurde auf der Stadtmarketingbörse deutlich, wie wichtig Daten, Informationen und digitales Wissen künftig für Städte werden. Wenn Menschen KI-Systeme zunehmend nutzen, um sich über Orte, Veranstaltungen, Angebote oder Standorte zu informieren, verändert sich auch kommunale Kommunikation.
Für Städte und Stadtmarketingorganisationen wird es wichtiger, Informationen aktuell, strukturiert und verlässlich verfügbar zu machen. Künftig geht es nicht mehr allein darum, ob Informationen über klassische Suchmaschinen gefunden werden. Ebenso relevant wird, welches Wissen KI-Systeme über eine Stadt finden, verstehen und in ihren Antworten weitergeben.
Aber eine Stadt besteht eben nicht nur aus den Informationen, die sich über sie speichern lassen. Sie besteht aus Geschichten, Erfahrungen, Beziehungen, Konflikten, Erinnerungen und individuellen Wahrnehmungen. Identität entsteht nicht allein aus Daten.
KI kann dieses Wissen strukturieren und zugänglich machen. Sie kann jedoch nicht allein festlegen, was eine Stadt ausmacht, welche Werte sie vertritt oder welche Geschichte sie erzählen möchte.
Damit rückte immer wieder die Frage nach Vertrauen in den Mittelpunkt der Tagung.
In den Gesprächen mit Referent:innen wie Marie Kilg und Prof. Dr. Bernhard Pörksen standen Fragen im Raum, die Stadtmarketingorganisationen künftig zunehmend beschäftigen werden: Wem vertrauen Menschen, wenn immer häufiger KI mit ihnen kommuniziert? Welche besondere Verantwortung tragen Städte in einer Öffentlichkeit, die schneller, fragmentierter und KI-geprägter wird? Und wie können Organisationen neue technische Möglichkeiten nutzen, ohne das Menschliche und Persönliche aus ihrer Kommunikation zu verlieren?
Diese Fragen reichen weit über die technische Anwendung von KI hinaus. Städte und Stadtmarketingorganisationen kommunizieren nicht nur Informationen. Sie vermitteln zwischen Akteur:innen, schaffen Orientierung, moderieren unterschiedliche Interessen und tragen dazu bei, Identifikation und Vertrauen aufzubauen.
Gerade wenn Bilder, Texte, Stimmen und Videos immer leichter künstlich erzeugt werden können, gewinnen nachvollziehbare Absender, Transparenz und glaubwürdige Kommunikation an Bedeutung.
Zuhören, Vertrauen aufbauen, Interessen miteinander verbinden und Beziehungen gestalten bleiben dabei Aufgaben, die nicht einfach automatisiert werden können.
Eine weitere Frage der Stadtmarketingbörse lautete deshalb: Wie kann KI dazu beitragen, dass der digitale Raum den analogen Stadtraum stärkt – anstatt ihn zu ersetzen?
Gerade darin liegt für das Stadtmarketing großes Potenzial. Digitale Anwendungen können Menschen dabei unterstützen, Angebote zu entdecken, Informationen leichter zu finden, Beteiligungsmöglichkeiten wahrzunehmen oder eine Stadt aus neuen Perspektiven kennenzulernen.
Entscheidend bleibt aber, was daraus im realen Stadtraum entsteht. Führt die digitale Anwendung zu Begegnung? Unterstützt sie lokale Angebote? Hilft sie Menschen dabei, ihre Stadt besser zu verstehen und zu nutzen?
Technologie ist damit kein Selbstzweck. Ihr Wert zeigt sich dort, wo sie dazu beiträgt, reale Orte und Gemeinschaften zu stärken.
Mit dem Einsatz von KI ist häufig das Versprechen größerer Effizienz verbunden. Routineaufgaben können schneller erledigt, Informationen ausgewertet und Inhalte erstellt werden.
Doch auch hier stellte die Stadtmarketingbörse eine weiterführende Frage: Was machen wir eigentlich mit der gewonnenen Zeit?
Wenn jede eingesparte Stunde lediglich mit zusätzlichen Aufgaben gefüllt wird, ist wenig gewonnen. Gerade im Stadtmarketing können neue Freiräume für Tätigkeiten besonders wertvoll sein, die schwer automatisierbar sind: strategisches Denken, Kreativität, persönliche Begegnung, Netzwerkarbeit und der Austausch mit Partner:innen und Stadtgesellschaft.
Damit verschiebt sich die zentrale Frage von „Wo können wir KI einsetzen?“ hin zu: „Wo schafft KI für unsere Arbeit und unsere Städte tatsächlich einen Mehrwert – und wo braucht es ganz bewusst den Menschen?“
Wie aktuell diese Fragen für Stadtmarketingorganisationen sind, zeigen auch die Ergebnisse der bundesweiten Untersuchung „Digitale Stadtentwicklung – Smart City und KI im Stadtmarketing“ von bcsd und imakomm, die im Rahmen der Stadtmarketingbörse vorgestellt wurden.
Fast jede zweite befragte Stadtmarketingorganisation setzt bereits KI oder automatisierte Systeme ein. Gleichzeitig verfügen rund drei Viertel über keine dokumentierte KI-Strategie. Zwischen praktischer Nutzung und strategischer Verankerung besteht damit vielerorts noch eine deutliche Lücke.
Die Ausgangslagen sind dabei sehr unterschiedlich. Manche Organisationen beschäftigen sich bereits intensiv mit automatisierten Prozessen und neuen KI-Anwendungen, andere stehen noch am Beginn ihrer Digitalisierung.
Umso wichtiger ist es, KI nicht isoliert zu betrachten. Eine tragfähige Strategie braucht klare Ziele, gute Prozesse, verlässliche Informationen, Kompetenzen innerhalb der Organisationen und Regeln für Verantwortung, Datenschutz und Transparenz.
Die Deutsche Stadtmarketingbörse bestand zugleich aus weit mehr als ihren Vorträgen und Praxisimpulsen.
Das Experience Center schuf Raum dafür, Anwendungen kennenzulernen, Fragen aus dem Arbeitsalltag zu diskutieren und Erfahrungen auszutauschen. Die ausgebuchte Fachausstellung brachte langjährige Partner der Stadtmarketing-Community ebenso wie neue Anbieter nach Cottbus und bot zahlreiche Gelegenheiten für fachliche Gespräche.
Ebenso wichtig waren die Begegnungen zwischen den Programmpunkten und an den Abenden. Vom gemeinsamen Auftakt bis zum Gastgeberempfang in der Alten Chemiefabrik ging es darum, neue Menschen kennenzulernen, bekannte Gesichter wiederzutreffen, Erfahrungen aus unterschiedlichen Städten auszutauschen und gemeinsam weiterzudenken.
Gerade bei einer Entwicklung, die so schnell voranschreitet wie Künstliche Intelligenz, wird dieser Austausch wichtiger. Keine Organisation kann jede technische Entwicklung selbst verfolgen und bewerten. Netzwerke ermöglichen es, Wissen zu teilen, Erfahrungen weiterzugeben, Fehler nicht mehrfach zu machen und neue Fragen gemeinsam zu diskutieren.
Die Deutsche Stadtmarketingbörse 2026 hat gezeigt, wie groß die Möglichkeiten Künstlicher Intelligenz für das Stadtmarketing bereits heute sind – und wie viel Entwicklung noch vor uns liegt.
„KI ist nie wieder so schlecht wie heute“ beschreibt dabei die Geschwindigkeit dieser Entwicklung. „Eine Stadt ist kein Datensatz“ erinnert gleichzeitig daran, woran sich ihr Einsatz messen lassen muss.
Nicht alles, was technisch möglich wird, ist automatisch sinnvoll. Stadtmarketingorganisationen müssen deshalb zunehmend selbst entscheiden, welche Technologien zu ihren Zielen, ihren Aufgaben und zu ihrer Stadt passen.
Dafür braucht es Neugier und Mut zum Ausprobieren, aber ebenso strategische Orientierung, kritische Urteilskraft und klare Verantwortlichkeiten.
Denn auch in einer zunehmend KI-geprägten Welt bleibt Stadtmarketing eine zutiefst menschliche Aufgabe: zuhören, Vertrauen schaffen, Menschen zusammenbringen, Identität stärken und Veränderung gemeinsam gestalten.
Vielleicht lässt sich das wichtigste Fazit aus Cottbus deshalb so zusammenfassen: KI verändert unsere Werkzeuge und unsere Arbeitsweisen – aber sie verändert nicht den Kern dessen, worum es im Stadtmarketing geht.
Die Frage ist längst nicht mehr, ob KI Teil des Stadtmarketings wird. Entscheidend ist, wie wir sie einsetzen – und ob es uns gelingt, ihre Möglichkeiten dafür zu nutzen, unsere Städte lebenswerter, verständlicher und gemeinschaftlicher zu gestalten.
Wir danken unseren Hauptsponsoren MK ILLUMINIATION und der Aconium GmbH.
Vielen Dank an Peter Wieler für die Fotos.
Wie lassen sich Veranstaltungen im öffentlichen Raum professionell, rechtssicher und sicher organisieren? Das dreitägige Präsenzseminar „Veranstaltungsleiter bcsd öffentlicher Raum“ vermittelt praxisnah die wichtigsten Grundlagen für die Planung, Genehmigung und Durchführung von Stadtfesten, Märkten, Kulturveranstaltungen und weiteren Veranstaltungsformaten im öffentlichen Raum.
Veranstaltungen beleben Innenstädte, fördern Begegnung und stärken die Attraktivität einer Stadt. Gleichzeitig tragen Veranstaltungsverantwortliche eine hohe organisatorische, rechtliche und sicherheitsbezogene Verantwortung. Im Seminar erfahren die Teilnehmenden, welche Anforderungen zu berücksichtigen sind und wie sich komplexe Veranstaltungsprozesse strukturiert vorbereiten und umsetzen lassen.
Welche Inhalte bietet das Seminar?
Das Seminar verbindet Veranstaltungsorganisation, rechtliche Grundlagen und Sicherheitsmanagement. Behandelt werden insbesondere:
Die Teilnehmenden erhalten damit einen umfassenden Überblick über die zentralen Aufgaben eines Veranstaltungsleiters beziehungsweise einer Veranstaltungsleiterin im öffentlichen Raum.
Praxisbeispiel: Digitale Veranstaltungsplanung mit PlanClever
Ein zusätzlicher Praxisimpuls kommt von Marc Renner, Veranstaltungskoordinator bei der Stadt Bielefeld. Er berichtet aus seiner täglichen Arbeit und zeigt, wie aus konkreten Anforderungen der kommunalen Veranstaltungspraxis das digitale Planungstool PlanClever entstanden ist.
Anhand praktischer Beispiele wird erläutert, wie maßstabsgerechte Planunterlagen für Veranstaltungsflächen, Stände, Flucht- und Rettungswege sowie technische Infrastruktur erstellt werden können. Digitale Pläne können dabei helfen, Änderungen schneller umzusetzen und Abstimmungen mit Behörden, Dienstleistern und weiteren Beteiligten übersichtlicher zu gestalten.
Für wen ist das Seminar geeignet?
Das Seminar richtet sich insbesondere an:
Referent: Thomas Severin
Ort: Wissenswerkstadt Bielefeld
Teilnahmegebühr: 690 Euro für bcsd-Mitglieder, 849 Euro für Nichtmitglieder
Dauer: 19.10.2026 12 Uhr, 20.10. 9:30 - 18 Uhr, 21.10. 9:30 - 13 Uhr
Änderungen vorbehalten
Das erwartet Sie beim bcsd KI-Lab Stadtmarketing
Künstliche Intelligenz entwickelt sich rasant. Neue KI-Tools, Funktionen und Anwendungsmöglichkeiten entstehen in immer kürzeren Abständen. Für Stadtmarketingorganisationen wird es deshalb zunehmend anspruchsvoll, mit den Entwicklungen Schritt zu halten und gleichzeitig zu entscheiden: Welche KI-Anwendungen sind für die eigene Arbeit wirklich relevant und wie lassen sie sich sinnvoll einsetzen?
Das KI-Lab Stadtmarketing der bcsd richtet sich an alle, die bereits erste Erfahrungen mit Künstlicher Intelligenz gesammelt haben und KI in ihrer Stadtmarketingarbeit einsetzen. Über drei Monate haben Sie die Möglichkeit, Ihr Wissen zu vertiefen, neue Anwendungen kennenzulernen und den Einsatz von KI in der eigenen Arbeit weiter zu professionalisieren.
In einer kleinen Gruppe von maximal 15 Teilnehmenden treffen Sie sich regelmäßig online mit unserem KI-Experten Frank Tentler. Jede Session verbindet ein kompaktes Update zu aktuellen KI-Entwicklungen, neuen Funktionen und relevanten Tools mit einer gemeinsamen Arbeits- und Austauschphase. Eigene Fragen und konkrete Anwendungsfälle aus dem Stadtmarketing sind ausdrücklich willkommen. Im Mittelpunkt steht dabei immer die Frage: Wie kann KI die tägliche Stadtmarketingarbeit konkret unterstützen und verbessern?
Frank Tentler berät seit 2004 Unternehmen, Kommunen und Kulturinstitutionen bei der digitalen Transformation. Seit 2020 arbeitet er an KI-Projekten für Stadtverwaltungen, darunter die vom Land Bayern unterstützte Digitale Manufaktur der Stadt Aschaffenburg. An der Hochschule Macromedia hat er Smart City Design unterrichtet. Für den bcsd hat er in diesem Jahr die Geschäftsstelle bei der Umstellung ihrer Arbeitsabläufe auf KI-gestützte Verfahren begleitet. Seine Arbeit beginnt bei dem, was heute funktioniert, und zielt auf das, was danach kommt: Neue Technologien werden zuerst benutzt, um Altes nachzumachen. Erst danach zeigt sich, wofür sie eigentlich taugen. Bei Künstlicher Intelligenz wird dieser Übergang sehr schnell erfolgen.
