Berlin 7. Mai 2026 Zum 30-jährigen Bestehen der Bundesvereinigung City- und Stadtmarketing Deutschland (bcsd) kamen vom 3. bis 5. Mai über 300 Fachleute aus Stadtmarketing, Stadtentwicklung, Kommunen, Wissenschaft und Wirtschaft im Gesellschaftshaus Palmengarten zusammen. Unter dem Leitmotiv „Zukunft Stadt“ diskutierten die Teilnehmenden, wie Städte angesichts gesellschaftlicher, wirtschaftlicher und technologischer Umbrüche lebenswert, resilient und gestaltbar bleiben können.
Politische und fachliche Impulse: Stadtmarketing als Gestalter
Kaweh Mansoori, Hessischer Minister für Wirtschaft, Energie, Verkehr, Wohnen und ländlichen Raum, betonte in seiner Eröffnungsrede: „Die Zukunft unserer Städte wird nicht an einer einzelnen Stelle entschieden. Sie entsteht dort, wo Menschen zusammenarbeiten.“
Gemeinsam mit Mike Josef, Oberbürgermeister der Stadt Frankfurt am Main, und Gerold Leppa, Bundesvorsitzender der bcsd, unterstrich er die strategische Rolle des Stadtmarketings als Vermittler zwischen Politik, Wirtschaft und Bürgerschaft.
Josef ergänzte: „Stadtmarketing ist mehr als Werbung. Es gestaltet und vernetzt. Es funktioniert nur dann, wenn es von den Menschen vor Ort getragen wird. Dass der Stadtmarketingtag erstmals in Frankfurt stattfindet und direkt einen Teilnehmerrekord verzeichnet, zeigt die Relevanz des Themas ‚Zukunft Stadt‘.“
30 Jahre bcsd: Stadtmarketing als Schlüsselakteur
Zum 30-jährigen Bestehen der bcsd betonte Gerold Leppa die Entwicklung der Branche: „Stadtmarketing macht weit mehr als Kommunikation und Veranstaltungen – es organisiert Dialoge und dauerhafte Kooperationsstrukturen. So motiviert es Akteure, sich für die Entwicklung und Attraktivität der Städte einzusetzen und innovative Projekte umzusetzen.“ Damit sei es ein unverzichtbarer Akteur in der kooperativen Stadtentwicklung. Die bcsd fordert, dass Stadtmarketing in Entscheidungsprozessen strukturell verankert, in seiner Bedeutung anerkannt und finanziell entsprechend ausgestattet wird. „Die Anerkennung des hessischen Wirtschaftsministers Kaweh Mansoori und des Frankfurter Oberbürgermeisters Mike Josef unterstrich die Bedeutung. Dennoch steht das Stadtmarketing mit Blick auf die finanzielle Situation der Kommunen vielerorts unter Druck. Ich hoffe, dass die Städte den Wirkungshebel erkennen und nicht am falschen Ende sparen“, so Leppa weiter.
Zentrale Herausforderungen – und eine klare Haltung
In hochkarätigen Fachvorträgen und Paneldiskussionen zu Themen wie Künstlicher Intelligenz, kommunalen Finanzen, Innenstadtentwicklung, Handel, Mobilität und Aufenthaltsqualität rückte immer wieder eine zentrale Frage in den Fokus: Wie kann die Stadt der Zukunft gestaltet werden – und welche Strategien und Kooperationen sind notwendig, um diesen Wandel erfolgreich zu gestalten?
Viele Kommunen setzen bereits heute erfolgreiche Ansätze um und gestalten den Wandel aktiv. Gleichzeitig bestehen weiterhin strukturelle Herausforderungen – insbesondere mit Blick auf die finanzielle Handlungsfähigkeit der Städte und Gemeinden. Umso wichtiger ist die konsequente Weiterentwicklung bewährter Ansätze, strategische Prioritätensetzung und der Mut zu klaren Entscheidungen.
Den Abschluss des Deutschen Stadtmarketingtags bildete die Keynote „Radikale Zuversicht“ von Lena Papasabbas. Sie formulierte eine Haltung, die viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer als wegweisend für die Stadtentwicklung der kommenden Jahre verstanden: Wandel aktiv anzunehmen und Zukunft mit Zuversicht zu gestalten.
Fazit: Stadtmarketing als Schlüsselfaktor der Stadtentwicklung
Der Deutsche Stadtmarketingtag 2026 machte deutlich, dass Stadtmarketing heute weit über klassische Kommunikations- und Eventaufgaben hinausgeht. Als Vermittler, Impulsgeber und Koordinator übernimmt es eine zentrale Funktion in urbanen Entwicklungsprozessen und trägt wesentlich dazu bei, unterschiedliche Akteure, Interessen und Perspektiven zusammenzuführen. Um die Zukunftsfähigkeit urbaner Räume nachhaltig zu stärken, sollte diese Rolle in Entwicklungs- und Entscheidungsprozessen stärker genutzt und strukturell verankert werden. Die bcsd versteht sich dabei als fachlicher Partner und Netzwerkplattform für die Entwicklung lebenswerter, resilienter und zukunftsfähiger Städte.
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